Silikate sind Salze

des Elementes Silizium, aus dem u.a. Sand besteht und das als Grundstoff der Glasherstellung dient. Sie sind im Gestein der Erdböden reichlich vorhanden, so dass sie mit der Zeit auch im Grundwasser gelöst werden. Das aus dem Grundwasser gewonnene Leitungswasser enthält somit auch Silikate, zum Teil in erheblicher Menge (über 30 mg/l). Silikate sind für den Menschen unbedenklich, verursachen aber  ab einer Konzentration von > 0,2 mg/l ein verstärktes Wachstum von Kieselalgen. Diese zeigen sich in Ihrem Aquarium als braune Schicht auf allen Dekorationsgegenständen inklusive der Pflanzen. Auch andere Algen und Bakterien sind in der Lage aus dem Vorhandensein von Silikaten Vorteile zu ziehen, so z. B. die von allen Aquarianern gefürchteten Cyanobakterien, die auch als Blaualgen bekannt sind. Sie überziehen als blaue bis bräunliche bzw. rote schleimige Schicht besonders den Bodengrund und großflächige Blätter. Ganz besonders unangenehm machen sie sich in einem Meerwasseraquarium bemerkbar, da sie in der Lage sind, ganze Korallenstöcke zu überziehen und abzutöten. Man kann diese Schleimschicht zwar leicht absaugen, da es sich aber um Bakterien handelt, geht die Vermehrung sehr schnell vonstatten, so dass die Schicht binnen weniger Stunden wieder da ist. Die Beseitigung von Silikaten ist sehr schwierig. Die simpelste Möglichkeit ist der Einsatz von Sili-Zac in einem Außenfilter. Ist der Silikatgehalt höher als 2 mg/l, was leider sehr häufig vorkommt, muss man unbedingt Maßnahmen ergreifen. Besitzer einer Umkehrosmoseanlage haben es da einfacher. Durch Nachschalten von sogenannten Reinstwasserfiltern wird der Anteil des Silikates, den die Umkehrosmoseanlage nicht zurückgehalten hat, festgehalten. Hat man keine Möglichkeit zur Anbringung einer Umkehrosmoseanlage, gibt es eine andere Möglichkeit zur Entfernung: Mischbettfilter. Zu beiden Systemen muss aber bemerkt werden, dass nach ca. 60 % der Regenerationskapazität die Aufnahmefähigkeit für Silikat-Ionen erschöpft ist. Messen lässt sich der Silikatgehalt mittels Tropfentests.

 

Das Entfernen von Silikat aus einem bestehenden System erfordert Geduld! Da sowohl Pinselalgen als auch Bakterien sehr wenig Silikate aufnehmen und durch Wasserwechsel von nicht aufbereitetem Wasser immer wieder aufs Neue Silikat zugeführt wird, erhöht sich die Silikatmenge immer mehr. Nur durch Wasserwechsel mit absolut silikatfreiem Wasser lässt sich das Problem im Laufe mehrerer Wochen, bei Meerwasseraquarien mehrerer Monate, in den Griff bekommen.